Protrusion




Bei der Protusion oder auch der Bandscheibenvorwölbung handelt es sich um eine Krankheit, bei der die Bandscheibe in den Spinalkanal ragt. Der Spinalkanal ist der knöcherne Kanal der Wirbelsäule, welcher das Rückenmark umgibt. Es kann zu einem starken Druck auf das hintere Längsband im Wirbelkanal kommen, welches besonders empfindlich ist. Aber auch auf die Nerven, die auf dem Wirbelkanal selbst verlaufen, kann Druck ausgeübt werden. Besonders oft ist der Ischiasnerv davon Betroffen. Es wird folglich zu enormen Rückenschmerzen kommen. In manchen Fällen bemerken die Betroffenen jedoch nicht direkt, dass sie an einer Protrusion leiden.

Symptome und Ursachen der Protrusion

Oftmals verläuft das Krankheitsbild ohne Symptome. Es kann durchaus kurzzeitig zu Beschwerden und starken Schmerzen kommen, die dann jedoch schnell wieder verschwinden, wodurch sie nicht ernst genommen werden. Im betroffenen Gebiet können auch über einen längeren Zeitraum Schmerzen empfunden werden. Weiterhin können Schwächegefühle in Beinen und Armen auftreten die über den Ischiasnerv geleitet werden. In einigen Fällen wurden auch Taubheitsgefühle beschrieben. Eine Bandscheibenvorwölbung kann sich auch wieder von ganz alleine zurückbilden, jedoch dauert dies meistens einige Monate. Durch die Krankengymnastik kann der Heilungsprozess jedoch enorm beschleunigt werden.




Die Ursachen können sehr vielfältig sein, sodass nicht immer genau gesagt werden kann, warum die Protrusion bei den einzelnen Personen auftritt. Die Bandscheibenvorwölbung kann auf eine einseitige Belastung oder genetische Schwächen zurückzuführen sein. Aber auch eine schwache Muskulatur und wenig Bewegung kann hierzu führen. Generell kommt eine Vorwölbung der Bandscheibe dadurch zustande, dass der Bandscheiben-Gallertkern durch eine natürliche Verringerung des Wassergehaltes an Elastizität verliert. Infolgedessen kann der Faserring seine Haltefunktion nicht mehr beibehalten, wodurch dem Druck des Gallertkerns ausgewichen wird. Es entsteht also eine Vorwölbung des Faserrings über den Rand des Wirbelkörpers hinaus. Belastungen können nicht mehr so gut abgefedert werden. In seltenen Fällen entsteht eine Veränderung der Bandscheibe durch eine Entzündung der Spondylodiscitis.

Behandlungsmöglichkeiten

In den meisten Fällen ist eine konservative Behandlung vollkommen ausreichend. Eine solche Vorwölbung der Bandscheibe kommt viel öfter vor als ein Bandscheibenvorfall. Mit operativen Eingriffen kann hier nichts bewirkt werden. Da sich die Bandscheibe wieder von alleine regenerieren kann, könnte zuerst einmal abgewartet werden, ob die Schmerzen schlimmer werden. Sollten jedoch starke Schmerzen auftreten kann mit schonenden Behandlungsmethoden, wie beispielsweise der Wirbelsäulenkathetertechnik gearbeitet werden. Dies führt zu einer schnelleren Genesung und entlastet die Nerven wie den Ischiasnerv dauerhaft. Weiterhin ist es wichtig, dass der Patient besonders gut aufgeklärt wird. Das Alltagsverhalten muss angepasst werden, um eine schnelle Regeneration zu gewähren. Die Bauch- und die Rückenmuskulatur muss täglich trainiert und gestärkt werden. Es können eventuell schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente verordnet werden. Zur Entspannung der Muskulatur wird häufig ein Wärmeapplikator benutzt. Weiterhin erwies sich eine Elektrotherapie zur Schmerzlinderung als besonders effektiv.
Protrusion, Ischiasnerv von videohilfe