Krankenkasse und Rückenschmerzen – welche Kosten bei Ischias beschwerden übernommen werden

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Die Richtige Krankenkasse

Rückenschmerzen haben sich mittlerweile zu einem regelrechten Volksleiden entwickelt. Dabei können die Beschwerden die verschiedensten Ursachen haben. Eine davon ist ein eingeklemmter Ischiasnerv, der sehr schmerzhaft sein und sich chronisch entwickeln kann. Von eingeklemmtem Ischiasnerv ist meist die Rede, wenn sich die Schmerzen im unteren Rückenbereich bis zum Gesäß oder auf der Rückseite eines Beins ausdehnen. Ohne Behandlung werden die Schmerzen meist unerträglich und eine Therapie ist unumgänglich. Selbstverständlich übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine ärztliche Behandlung, allerdings sind nicht alle Therapieformen von den Krankenkassen anerkannt. Diese müssen dann oft aus eigener Tasche bezahlt werden. Welche Kosten etwa für eine Rückenschule, eine Physiotherapie oder eine Behandlung beim Heilpraktiker bezuschusst werden, hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab.



Nachsorgende Rückenschule als freiwillige Zusatzleistung einiger gesetzlicher Kassen

Der Ischiasnerv ist der größte Nerv im menschlichen Körper und führt vom Gesäß bis zum Fuß. Beim Verlauf durch die Bandscheiben kann es durch eine falsche Drehung zu einem Einklemmen des Nervs kommen, was höllische Schmerzen zur Folge hat. Was früher im Volksmund Hexenschuss genannt wurde, wird von der Medizin als Lumbago bezeichnet. Unbehandelt kann das Leiden chronisch werden und die Arbeitskraft nachhaltig beeinträchtigen. Es kann zu Folgeerkrankungen und dauernden Schäden an der Wirbelsäule kommen. Einige Krankenkassen übernehmen daher die Kosten für eine sogenannte rehabilitative, das heißt nachsorgende Rückenschule, die nach einem Auftreten von Ischiasbeschwerden die Aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen Rücken und den Bewegungen schulen und verbessern soll. Solche meist in Kleingruppen von Physiotherapeuten, krankengymnastischen Praxen und artverwandten Anbietern durchgeführten Kurse werden je nach Kasse unterschiedlich hoch bezuschusst und können im Einzelfall auch wiederholt werden. So werden in einer Rückenschule Bewegungsabläufe erklärt und eingeübt, richtiges Bücken und Drehen trainiert und über vorbeugendes Verhalten gesprochen, um ein erneutes Auftreten der Ischiasbeschwerden vorsorglich zu vermeiden. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Rückenschule in der Regel eher nicht. Auch bei gesetzlichen Krankenkassen sind solche Teilfinanzierungen immer ein freiwilliges Angebot. Hier lohnt es sich im Einzelfall, die Angebotspakete der einzelnen Kassen miteinander zu vergleichen.

Behandlung durch den Heilpraktiker bei Ischiasbeschwerden als Zusatz-Tarif bei der Private Krankenversicherung (PKV)

Vom Arzt verordnete Ischias-Behandlungen durch einen Physiotherapeuten werden in der Regel von der GKV übernommen, wenn sie medizinisch notwendig sind, allerdings meist nur für eine begrenzte Zahl von Sitzungen. Unter Umständen ist es möglich, bei der Krankenkasse eine Kur wegen der Ischiasbeschwerden zu beantragen. Hier legen die Kassen allerdings die Messlatte mittlerweile sehr hoch. So müssen vor Ort alle therapeutischen Möglichkeiten für eine erfolgreiche Nachbehandlung ausgeschöpft sein, um eine Kur bewilligt zu bekommen. Eine weitere Möglichkeit ist, wenn schulmedizinische Maßnahmen bei Ischiasschmerz nicht ausreichen, der Gang zum Heilpraktiker. Ob und in welchem Maße hier die Versicherung Kosten für Heilbehandlungen übernimmt, ist sehr unterschiedlich, hängt von der Kasse und der angebotenen Therapieform ab. Dazu gehören Wärmebehandlung oder eine neuraltherapeutische Spritzenbehandlung. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden Ischias-Behandlungen durch den Heilpraktiker bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht übernommen. PKVs bieten hingegen Heilpraktiker-Zusatztarife, mit denen sich diese Kosten decken lassen. Der Besuch im Fitness-Studio wiederum kann bei Ischiasbeschwerden auf Antrag von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst werden, wenn es sich dabei um eine anerkannte Rückenschule handelt.

GKV = Gesetzliche Krankenversicherung
PKV = Private Krankenversicherung