Ischias / Ischiassyndrome

Heftige Schmerzen, die von der unteren Rückenbereich über Gesäß und Bein bis in den Fuß hinein ausstrahlen können: Vom Volksmund schlicht Ischias genannt, wird die Symptomatik von Medizinern exakterweise als Ischiassyndrom oder Ischialgie bezeichnet. Wen der Ischias plagt, dem dürften derlei Unterscheidungen allerdings zunächst völlig egal sein, denn der plötzlich einschießende Schmerz setzt die Betroffenen erst einmal gründlich außer Gefecht.




Ursache und Behandlung des Ischiassyndroms am Ischias

Ischias

Ischias

Verursacht wird das Ischiassyndrom vom Ischiasnerv. Der Ischiasnerv, auch Sitzbein- oder Hüftnerv genannt, ist der mächtigste Nerv unseres Körpers. Er gehört zum Lenden-Kreuzgeflecht und entspringt der Wirbelsäule. In seinem weiteren Verlauf führt er über das Hüftgelenk bis in die Oberschenkelrückseite hinunter, wo er die motorischen Fasern der Oberschenkel-Beugemuskulatur durchzieht. Erst in der Kniekehle schließlich teilt er sich auf in die beiden Nerven Nervus fibularis communis und Nervus tibialis, die beide bis in die Unterschenkelregion hinabführen und hier die sensiblen Fasern des Unterschenkels und des Fußes durchziehen. Kommt es nun zu einer Reizung des Ischiasnervs, können die entstehenden Schmerzen somit vom letzten Lendenwirbel bis tief ins Bein hinein spürbar werden.




6 Häufige Fragen zum Ischias


Heilungsvorgang am Ischias

Ischiasschmerzen sind Nervenschmerzen, ihr Heilungsverlauf ist entsprechend langwierig. Tritt Ischiasschmerz auf, vergehen mindestens drei bis sechs Wochen, bis er endlich überstanden ist. Verkürzen kann man diesen Heilungsprozess in der Regel nicht. Man kann ihn allerdings unterstützen und somit auch die Lebensqualität in der Zeit der Heilung spürbar bessern. Zu diesem Zweck werden verschiedene medizinisch-therapeutische Maßnahmen angeboten. Eine Maßnahme zur Besserung der Lebensqualität ist zweifelsohne die medikamentöse Therapie. Zum Einsatz kommen dabei neben entzündungshemmenden Mitteln auch einfache Schmerzmittel sowie die sogenannten neuropathischen Schmerzpräparate. Erzielt dieser Therapieansatz keinen Erfolg, so kann der Schmerz im Ischias auch mit Injektionen behandelt werden.
Nach Abklingen der schmerzhaften Symptome schließlich stellt die Physiotherapie die ursprüngliche Beweglichkeit der Muskeln wieder her. Verbliebene Versteifungen werden durch gezielte physiotherapeutische Behandlungen gelöst und der Patient kann wieder schmerzfrei leben.

Ischiassyndrom = Hexenschuss?

Wenn der Schmerz “wie ein Blitz einschlägt”, und den Menschen nahezu bewegungsunfähig macht, dann spricht der Volksmund von “Hexenschuss “. Die Schmerzen treten plötzlich und unerwartet auf, betreffen meist den unteren Rücken in Höhe der Lendenwirbel und strahlen bis in die Oberschenkel aus, in schlimmen Fällen sogar bis in die Füße. Die Bewegungsfähigkeit wird stark eingeschränkt. Die Betroffenen können sich nur mit Mühe aus einer gebückten Stellung aufrichten. Laufen sowie Belastungen eines oder beider Beine werden erschwert und sind sehr schmerzhaft. Die medizinische Bezeichnung lautet “Lumbago” oder “Ischiassyndrom”.

Woher kommt der Ischias Schmerz?

Ursache für die stechenden Bewegungsschmerzen ist ein gereizter Ischias. Der zweigeteilte Ischiasnerv versorgt die Muskeln der unteren Extremitäten mit Impulsen, hier hauptsächlich die hintere Oberschenkelmuskulatur. Er reguliert die Beugefähigkeit des Knies und ist sozusagen verantwortlich dafür, dass der Mensch aufrecht gehen kann. Der Ischiasnerv ist Teil des peripheren Nervensystems und hat seinen Ursprung im Rückenmark des unteren Lendenwirbelbereichs. Von dort aus teilt sich der Ischiasnerv in zwei Äste. Wird der Ischiasnerv durch Bandscheibenvorfall oder einen Unfall (z.B. Beckenbruch) direkt an der Quelle dauerhaft gequetscht, kommt es zum charakteristischen Schmerz, dem Ischiassyndrom. Die Schmerzen strahlen selbst bei entspannter Haltung (z.B. in Rückenlage) über das Gesäß bis in die Beine aus. Das Erstsyndrom wird auch “Hexenschuss” genannt. Hierbei tritt der Schmerz zum ersten Mal mit voller Wucht auf (meist bei einer ruckartigen Bewegung oder beim Aufrichten aus gebückter Haltung) und setzt den Betroffenen schlagartig “außer Gefecht”.

Behandlung und Vorbeugung am Ischias

Das Ischiassyndrom tritt häufig bei übergewichtigen Menschen mit unzureichender Rückenmuskulatur, bei Problemen mit den Bandscheiben sowie bei Patienten mit Diabetes mellitus auf und wird in erster Linie mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Arzneimitteln behandelt. Dadurch wird der Körper entlastet und Muskelverspannungen ausgeglichen. Sobald der Schmerz unter Kontrolle ist, sollten einseitige Belastung und ruckartige Bewegungen vermieden werden. Außerdem ist es wichtig, eine richtige Beugetechnik zu beachten. Schwere Gegenstände dürfen nie aus gebückter Haltung hochgehoben werden, sondern immer mit gebeugten Knien und gestrecktem Rücken. Die Stärkung der Rückenmuskulatur durch Sport (z.B. Schwimmen) hilft, Ischiasproblemen vorzubeugen.

Wie die Probleme am Ischias Diagnose gestellt wird

In der Regel hat der Arzt keine Probleme die Diagnose zu stellen, da die Ausbreitung der Beschwerden am Ischias sowie die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung so typisch sind, dass diese Erkrankung das erste ist, an was überhaupt gedacht wird. Von der Ausprägung der Beschwerde und der Heftigkeit der Schmerzen kann jedoch in den meisten Fällen nicht auf die Ursache geschlossen werden. Je nach Schwere, fallen weitere Untersuchungen an. Häufig kommt hierbei die Computer- oder Kernspintomographie zum Einsatz.

Worauf muss der Erkrankte achten?

Das individuelle Vorgehen muss mit dem Arzt abgestimmt werden. Es ist insbesondere wichtig, dass die verschriebenen Medikamente regelmäßig eingenommen werden. Nur so kann der Schmerz, der durch den Ischias ausgelöst wird, kontrolliert werden. Gerne warten Menschen ab, bis der Schmerz gar nicht mehr auszuhalten ist. Dies ist jedoch besonders unsinnig, da die Symptomatik unnötig verschlimmert wird. Von alleine werden die Schmerzen am Ischias nicht weggehen. Normale Aktivitäten werden die Heilung fördern. Die meisten Menschen machen den Fehler sind tagelang zu schonen und fast nicht mehr aus dem Bett herauszukommen. Dies ist jedoch kontraproduktiv, sodass die Heilungsdauer verlängert wird. Rückschläge sind vollkommen normal, sodass man sich von diesen nicht entmutigen lassen sollte. Sollten sich die Beschwerden enorm verstärken oder keine Besserung festzustellen sein, dann muss erneut der Arzt aufgesucht werden. Langes Warten kann die Situation verschlimmern.

Verlauf und Prognose

In der Regel heilen die meisten Ischiassyndrome nach wenigen Wochen aus, ohne Restbeschwerden zu hinterlassen. Bei wenigen Erkrankten kommt es jedoch auch zu Rückfällen, sodass sogar Operationen notwendig sind. Als besonders hilfreich erwies sich die Anpassung des Lebensstils.

Es sollte sich stets rückenfreundlich verhalten. Schweres Heben sollte vermieden oder wenn überhaupt richtig ausgeübt werden.

Krankenkassen bietet auch entsprechende Schulungen an, bei denen man lernt, wie man seinen gewohnten Tagesablauf ganz normal weiter ausüben kann ohne seinem Rücken zu schaden.