Dorsalgie




Dorsalgie ist die fachsprachliche Bezeichnung von Rückenschmerzen unabhängig von der im Einzelfall vorliegenden Beschwerdeursache. Nach den Infektionskrankheiten stellen Dorsalgien einen der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch dar.

Die meisten auftretenden Rückenschmerzen sind nur von kurzer Dauer und nicht besorgniserregend. Akute Rückenschmerzen haben eine Dauer von bis zu sechs Wochen. Häufig sind aber auch die bei jedem siebten Mann und jeder fünften Frau auftretenden chronischen Rückenschmerzen. Als chronisch werden Rückenschmerzen bezeichnet, wenn sie länger als sechs Wochen andauern.

Unterschieden werden Dorsalgien auch danach, ob der Schmerz z. B. bei einem Bandscheibenvorfall durch Reizung einer Nervenwurzel (radikulärer Schmerz) oder durch beeinträchtigte Wirbelsäulengelenke entsteht (pseudoradikulärer Schmerz).

Ursachen und Symptome einer Dorsalgie




In drei Vierteln aller Fälle befindet sich die Schmerzquelle im unteren Rückenabschnitt. Aber auch im Halswirbel- und Brustbereich der Wirbelsäule können Rückenschmerzen auftreten. Mögliche Symptome sind schmerzende Muskeln, stechender Schmerz, eingeschränktes Bewegungsvermögen, in die Beine ausstrahlende Schmerzen sowie Schwierigkeiten beim Aufrichten.

Wegen der zahlreichen im Rücken befindlichen Nervenbahnen wie dem Ischiasnerv ist die genaue Ursache spezifischer Rückenschmerzen zuweilen schwer feststellbar, zumal auch Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule zu Rückenschmerzen führen können.

Eine Dorsalgie kann auf eine rein körperliche, aber auch auf psychische Ursachen oder eine Kombination beider Faktoren zurückzuführen sein. Auf eine bevorstehende Dorsalgie weisen in vielen Fällen Anzeichen wie z. B. Muskelverspannungen sowie morgens auftretende Rücken- und Gelenksteifigkeiten hin.

Dauerhaft fehlerhafte Körperhaltungen lösen in vielen Fällen Rückenschmerzen aus. Die oftmals unbewusste Schmerzunterdrückung durch zu starke Anspannung bestimmter Muskeln kann wiederum deren Verspannung und damit weitere Beschwerden bewirken.

Häufig liegt Bewegungsmangel einer Dorsalgie zugrunde. Die Bauch- und Rückenmuskulatur ist dann oft nicht stark genug ausgebildet.

Diagnose und Therapie von Rückenschmerzen

Bei über zwei Wochen anhaltenden Rückenschmerzen sollten die Ursachen durch einen Arzt untersucht werden. Unbedingt anzuraten ist ein Arztbesuch auch dann, wenn zu den Rückenschmerzen Symptome wie Taubheits- oder Lähmungserscheinungen oder Schmerzen in den Gliedmaßen hinzukommen oder sich eine Schmerzverstärkung beim Husten oder Niesen oder bei bestimmten Bewegungen bemerkbar macht.
Zur erforderlichen Aufnahme der Krankengeschichte durch den Arzt gehört auch die Erfassung anderer möglicherweise schmerzauslösender Krankheiten wie Osteoporose, Arthrose oder Osteochondrose (weitere Informationen). Emotionale Belastungen durch Stress oder Depressionen sind zu berücksichtigen.

Mittels körperlicher Untersuchung kann der Arzt äußerlich erkennbare Veränderungen feststellen wie z. B. Becken- und Schulterstellung, eine belastende Körperhaltung sowie Wirbelsäulenverkrümmungen. Eine Röntgenuntersuchung kann weitere Aufschlüsse über die Schmerzursache geben. Dazu wird jeweils eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule von vorne und von der Seite erstellt. Ein noch genaueres Bild ergibt sich bei Einsatz der Computertomographie, die eine Untersuchung von Wirbelsäulenabschnitten mittels Schnittbildern ermöglicht.

Die Behandlung einer Dorsalgie wird entsprechend der individuellen Schmerzursachen und der Schmerzintensität vorgenommen.

Physiotherapeutische Maßnahmen werden zur Stärkung der Rückenmuskulatur eingesetzt, denn eine ausreichende Rückenmuskulatur führt zur Entlastung der Wirbelsäule. Schmerzmedikamente sorgen kurzfristig für die Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit. Die Erwärmung der schmerzenden Körperstellen z. B. durch Kräuterbäder, Wärmepackungen, Heizkissen oder Wärmestrahler verschafft zumeist Linderung. Besonders gut und einfach anzuwenden sind auch Wärmesalben. Massagen sind wegen ihrer Entspannungs- und kurzfristigen Schmerzlinderungswirkung vor allem bei chronischen Rückenschmerzen sinnvoll. Zur Therapie von Rückenschmerzen gehört insbesondere auch regelmäßige Bewegung, die gleichzeitig zur Stärkung von Bauch- und Rückenmuskulatur beiträgt und damit eine wichtige Prophylaxe-Maßnahme darstellt.

Nur bei besonders gravierenden Dorsalgie-Erkrankungen wird eine Operation empfohlen.